"Bis hierhin hat uns Gott gebracht"

Aus den Anfängen der Gemeinde Wadern-Lebach bis heute

Artikel von Pfarrer Walter Schmidt, erschienen 1956 in der Festschrift zum Wiederaufbau des Gemeindehauses in Wadern
 

"Der Herr ist mein Hirte, mir wird nicht mangeln."

Pfarrer Walter SchmittDie Geburtsstunde der evangelischen Diaspora-Gemeinde Wadern-Lebach fällt in das Jahr 1910. Damit zählt sie zu den jüngsten Gemeinden im Saarland. Es fehlt ihr auch damit jene alte Tradition, die Gemeinden aus der Reformationszeit aufweisen können. So etwa Ottweiler, St. Johann, St. Arnual, Ludweiler, Bischmisheim u.a. Die Zeit um die Jahrhundertwende brachte auch anderen Gemeinden an der unteren Saar ihre Selbständigkeit: Saarburg, Saarlouis, Merzig, Dillingen. Sie gehören alle zu jenem südöstlichen Teil des Bistums Trier, in dem die Reformation durch die Auswirkungen der Gegenreformation nicht Fuß fassen konnte.

Wie in diesen Gemeinden, so auch in unserer jungen Gemeinde Wadern-Lebach, geschah das Wachsen und Werden durch die industrielle Erschließung des Landes, durch Eisenbahn und Post und die vermehrten preußischen Verwaltungsstellen und Polizei. Einen traditionsgebundenen evangelischen Bauern- oder Gewerbe- oder Handwerkerstand, der über die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Vergangenheit hineinragt, gibt es hier kaum, bei uns im Raum Wadern-Lebach gar nicht. Erst vor zwanzig Jahren siedelten sich zwei Bauernfamilien mit größeren Gehöften an: Familie Dipl.Landwirt Bienko in Münchweiler, Familie Dipl.Landwirt Brodback im Hofgut zur Motten bei Lebach. Aber älter nach ihrer Anwesenheit sind die vier mennonitischen Bauern- und Mühlenfamilien innerhalb der Gemeinde: Familie Nafziger im Chartener Triesch bei Michelbach (1956 erst verzogen), Familie Oesch auf der "Gottesbelohnung" bei Schmelz, Mühle Schertz-Guth in Bettingen, Familie Mozimann-Guth in Primsweiler, Die Angehörigen dieser mennonitischen Familien halten sich zu unserer evangelischen Gemeinde, soweit es sich um Predigt des Evangeliums, Unterricht an den Kindern und die Arbeitskreise für Männer, Frauen und Jugend handelt. Ihre wesenseigenen Versammlungen zum Abendmahl, Osterfeier, Glaubenstaufe und dergl., werden von ihrem eigenen, in Kaiserslautern wohnenden Prediger gehalten. Doch geschieht es nicht selten, dass zu Krankenabendmahlen oder Beerdigungen aus ihrer Mitte der landeskirchliche Pfarrer von Wadern-Lebach hinzugezogen wird. Sitte, Leben und Wirken dieser mennonitischen Familien und ihr Verhältnis zur Umgebung ist vorbildlich.

Bis 1910 war das Bild der Gemeinde folgendes : Die im Gebiet von Wadern wohnenden Evangelischen wurden, als Filiale von Merzig, vom dortigen Pfarrer betreut. Hier sind in dankbarer Erinnerung zwei Namen zu nennen: Pfarrer Schreiber und seit 1917 Pfarrer Schwalfenberg. Den Lebacher Teil versorgten bis 1910 die Pfarrer von Saarlouis, später auch zeitweise der von Heusweiler oder Dillingen. 8ei den älteren Lebacher Gemeindegliedern sind die Namen der Saarlouiser Garnisons- und Gemeindepfarrer De Haas einige Jahre später Pfarrer Richter in gutem Gedenken. Von 1939/44 nahm sich Herr Pfarrer Zickwolff in Dillingen, heute Superintendent der Synode Völklingen, mit großer Hingabe unserer Gemeindeglieder an.

Das königlich-preußische Konsistorium in Koblenz hatte 1910 Wadern-Lebach zur Gemeinde mit Hilfspredigerstelle erhoben. Unter dem ersten selbständigen Hilfsgeistlichen, Pastor Neudörffer, der Wohnung und Amtssitz in Wadern hatte, konnte die Gemeinde das schöne Grundstück am Kräwig in Wadern von Familie Hager-Lauer erwerben. Es war mehr eine Schenkung als ein Kauf. Die Gemeinde erfreut sich bis heute dieses idyllischen zweieinhalb Morgen großen Garten- und Wiesenlandes, dessen unterer Teil, der mit einer Hecke an die Hauptstraße grenzt, 1929 zu einem Ziergarten um das im gleichen Jahr entstandene Pfarrhaus ausgestaltet wurde. Die Väter der heutigen Waderner Gärtner Flasche und Leichtweis teilten sich seinerzeit in diese gutgelöste Aufgabe.

So gilt für das Jahr 1910 im besten Sinne der Anfang des 23. Psalms! Denn die Glieder der Gemeinde konnten sich jetzt als eine Herde unter dem großen Hirten fühlen, dessen Evangelium sie von nun an aus dem Munde ihres eigenen, in ihrer Mitte wohnenden Geistlichen hören durften.

Wie sehr diese Besinnung auf diesen Psalm 23 nottut, mögen einige Zahlen zeigen. Mit der Schaffung dieser Gemeinde war ein Gebiet von über 350 Quadratkilometer, das ist der siebte Teil des heutigen Saarlandes, umrissen; rund 30 km in der Länge, 22 km in der Breite. Hier wohnten auf 6D Ortschaften anfänglich nur 230 bis 250 Evangelische. Diaspora im wahrsten Sinne! Heute sind es nahezu 1000 Seelen. Bereits 1911 finden wir im Protokollbuch der Gemeinde den Antrag beim Konsistorium auf Erhebung der Gemeinde zur ordnungsgemäßen Pfarrstelle. Die niedere Seelenzahl damals bedingte die Ablehnung dieses Antrags. Es mussten erst zwei Weltkriege mit ihren wirtschaftlichen und politischen Umwälzungen vorbeigehen, ehe 1947 dieser Wunsch von 1911 in Erfüllung ging.

Im Laufe der Jahre wuchs die Seelenzahl unserer Gemeinde stetig. Auffallend stark war dies in den Jahren nach I920, als eine Reihe Zöllnerfamilien evangelischen Bekenntnisses längs der damaligen Saargebietsgrenze, die sich mitten durch unsere Gemeinde zog, Wohnung nahm. Diese spontane Veränderung der Seelenzahl ließ im Jahre 1929 im Presbyterium den Plan aufkommen, in Lebach und Nunkirchen eine einklassige evangelische Volksschule errichten zu lassen. Obwohl die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahl von Kindern erreicht war und im damaligen Saargebiet günstigere gesetzliche Bedingungen als im Reich vorlagen, musste dieses Projekt fallengelassen werden, da nach den damaligen Ordnungen die evangelische Gemeinde eine unerschwingliche finanzielle Beteiligung hätte übernehmen müssen. Die Zeit für die Errichtung einer solchen Schule reifte für Lebach erst im Jahre 1953 heran. Heute nimmt es uns wunder, dass damals in und um den Ort Nunkirchen so viele evangelische Familien und Kinder vorhanden waren, dass sich rein zahlenmäßig eine eigene evangelische Schule hätte rechtfertigen lassen.

In dem Maße, wie im Laufe der Zeit an diesem Ort die Seelenzahl zurückging, nahm sie an anderen Orten verstärkt zu. Dennoch bleibt es bis heute eine typische Erscheinung gerade unserer Gemeinde, dass Zu- und Abgang der Gemeindeglieder ohne ersichtliche Periodik oder erfassbare rhythmische  Statistik stärker schwankt als anderswo. Das hängt mit mancherlei Ursachen zusammen. Die kleineren oder größeren Industrieunternehmen innerhalb der Gemeinde, wie etwa das Trolitanwerk Weiskirchen, Turnwald Lockweiler, Saargummiwerk Büschfeld, das Holzfaserplattenwerk Niederlosheim, Geissler Eiweiler, aber auch Sägewerke, Kraftwerke, Eisenbahn und Post, ferner aber auch die verschiedenen Ämter wie Notariate, Katasterämter, Gerichte, Forstbehörden, Gesundheitsämter usw., weisen unter ihren zahlreichen Mitarbeitern viele evangelische Fachkräfte auf, die von außerhalb, in den letzten Jahren auch als Ostflüchtlinge, zugezogen sind. Bei Staats- oder Kommunalbeamten oder Behördenangestellten rufen Versetzungen, bei den Industrieunternehmen wirtschaftliche Schwankungen die Veränderung im Zu- und Abgang innerhalb unserer Gemeinde hervor. Die Zugänge überwiegen seit 1945 die Abgänge. Einen der mancherlei Gründe hierfür sehen wir in der Einheirat von Evangelischen in ansässige Familien, oft katholischen Bekenntnisses, wodurch die große Zahl einzelner Evangelischer aus katholischen Mischehen herrührt.

Über die starke Aufwärtsbewegung in Lebach und Umgebung seit 1945 berichtet demnächst die für Lebach vorgesehene Festschrift zur 50-Jahrfeier der Grundsteinlegung der evangelischen Kirche von Lebach. Soviel aber sei im Rahmen dieser Waderner Festschrift gesagt, dass diese auffallende Vermehrung der Seelenzahl und der Ausbildungsstätten die einschneidende Verlegung des Pfarrsitzes nach Lebach im Jahre 1953 notwendig machte.

Eine weitere freudig begrüßte Veränderung im Wachsen, Werden und Wesen unserer Gemeinde erfolgte 1954 durch die Genehmigung eines Hilfsgeistlichen oder einer entsprechend theologisch ausgebildeten Hilfskraft für Wadern durch die Leitung der Kirche. Dieser Geistliche sollte in Wadern Wohnsitz nehmen, und unter Anweisung von Pfarrer und Presbyterium seinen Dienst an den dortigen Gemeindegliedern versehen.

Auch an dieser Stelle dürfen wir einen Blick in den 23. Psalm tun, der ja Leitmotiv dieser Schrift und des Werdens, Wachsens und Wesens der Gemeinde sein soll. "Ob ich schon wandere im finsteren Tal...", an diesem Punkt waren die Zerstreuten unserer Gemeinde schon oft angelangt. 1922 bestand die Gefahr, diese Gemeinde müsse in ihren beiden Zentren Wadern und Lebach auseinandergerissen werden, da die Saargebietsgrenze mitten durch . ihr Herz ging. Die Frankenwährung im Lebacher Teil, der Umgang mit der deutschen Rentenmark im Waderner Teil, schien bei der geringen Finanzkraft der Gemeinde die Todesstunde zu bedeuten. Aber der unermüdlichen Arbeit des damaligen Hilfsgeistlichen, Pastor Alleweldt, ist es zu verdanken, dass es bei der Einheit unserer Gemeinde Wadern-Lebach blieb. Schwere Krisen brachten die beiden Weltkriege. Aber dies erfuhren ja allenthalben auch andere Gemeinden. Gott hat uns auch daraus nach seiner Barmherzigkeit geführt. Denn Pfarrer und Gemeinde mit ihrem Presbyterium standen unter dem Wort: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir." Nur mit diesem Gottvertrauen konnte die Gemeinde auch den schwersten Schlag tragen, der sie 1945, kurz vor Ende dieses grausamen Krieges, noch betroffen hat: Das stattliche Pfarrhaus in Wadern, das in den Jahren 1929/30 unter so großen Opfern und Mühen errichtet worden war, lag total zertrümmert am Boden. Die Kirche in Wadern erfuhr schwerste Fensterschäden mit nachfolgenden Zerstörungen durch eindringenden Regen. Die Lebacher Kirche aber wurde durch einen Granattreffer in den vorderen Giebel so stark zerstört, das eine Benutzung für viele Monate unmöglich wurde. Diese drei Verluste sahen so aus, dass es schien, als ob es der armen Gemeinde auch nach Jahren nicht gelänge, ihren Besitz, für sie doch ihr ein und alles, wieder in den würdigen Zustand von einst zu versetzen. Ohne Hilfe von außen wäre es uns auch bei größter Opferbereitschaft unserer Gemeindeglieder bis heute nicht gelungen, die Schäden gänzlich zu beseitigen, geschweige denn das Pfarrhaus wieder aufzubauen. Es ist schon ein Wunder, was alles und wie alles dennoch geschah, was wir 1945 für unerreichbar hielten!

Doch wenn wir vom Wachsen und Werden unserer Gemeinde sprechen, so wollen wir noch nicht soweit vorgreifen. Denn zu den dunklen Tälern gehören ja nach Psalm 23 die "grünen Auen" und die "frischen Wasser". Gemeint sind damit jene Stationen, die wir, zum Staunen der älteren Gemeindeglieder, aber auch der katholischen Umgebung, mit Gottes und der Menschen Hilfe erreichen durften. Eine der ersten war die Berufung der in Wadern wohnenden evangelischen Lehrerin, Frau Anneliese Barbian, in den Dienst der Erteilung des evangelischen Religionsunterrichtes innerhalb der gesamten Gemeinde. Da diese Berufung durch das Kultusministerium erfolgte, erwuchsen der Gemeinde keine Kosten, umso spürbarer war diese Hilfe. Die Errichtung der einklassigen Volksschule in Lebach, so mühevoll und dornenreich der Weg bis dahin auch war, war das nächste erfreuliche Ereignis für die Gemeinde. Wir dürfen heute auf eine dreijährige erfolgreiche Arbeit des ersten Junglehrers, Herrn Gerhard Storb, zurückblicken. Im selben Jahre 1953 war das in Lebach erstandene und mit Hilfe der Kirchenleitung grundlegend erneuerte Haus in der Mottenerstraße als Pfarrhaus zum Einzug der Pfarrfamilie und Errichtung des Amtssitzes fertig. Im Rückblick auf diese erreichten Stationen ergreift uns tiefe Dankbarkeit.

Wie aber sah es denn mit dem total zerstörten Pfarrhaus aus? Es sollte doch sobald wie möglich dem Hilfsgeistlichen Wohnung, und, was noch wichtiger war, der Gemeinde und der Jugend zum Heim dienen.

Als Pfarrer der Gemeinde entsinne ich mich noch all der verzweifelten Situationen in der Vergangenheit angesichts der schier unlösbaren Aufgaben und der Hindernisse, hauptsächlich finanzieller Art, wie sie unser Bemühen um Wiederaufbau dieses Eigentums der Gemeinde hervorrief. In brüderlicher Weise teilten die Presbyter alle Sorgen mit dem Pfarrer. In reichlichem Maße flossen uns im Laufe der Jahre seit 1948 staatliche Mittel zu, die uns ermöglichten, Schritt vor Schritt den Wiederaufbau zu vollziehen. Der Waderner Architekt Willibald Müller wurde mit der Planung beauftragt.

Gemeindezentrum Wadern

Über dieser gemeinsamen Aufgabe von Pfarrer und Architekt wurden beide Familien in Freundschaft verbunden. Oft bis tief in die Nacht saßen wir beiden Männer am großen Zeichentisch des Architekten und planten, kalkulierten, verwarfen, ordneten sinnvoller um, praktischer, billiger. Der Gemeinde und der Umgebung blieb ja dieses geheime Ringen um das neue Projekt verborgen. Aber von Jahr zu Jahr wuchs aus den ehemaligen Trümmern und Fundamenten das Haus. Sprechen wir vom Werden und Wachsen der Gemeinde, so in ganz besonderer Weise vom Werden und Wachsen dieses Objektes.

Mir, als Pfarrer, der ich 1947 durch Herrn Kirchenrat Wehr zum ersten ordnungsgemäßen Pfarrer der neugegründeten Pfarrstelle Wadern-Lebach berufen wurde, war es nicht beschieden, dies stattliche Haus mit meiner Familie und mit der Gemeinde zu bewohnen und zu benutzen. Dafür aber wurden wir durch die Freude entschädigt, es für den neuen Helfer, den die Gemeinde für Wadern erhalten sollte, herzurichten. Vor allem musste es, neben der Pfarrwohnung, ein Jugendheim haben. Denn die Arbeit an der Jugend ist in der Diaspora mit die wichtigste. In diesem Bestreben hat uns die Regierung des Saarlandes durch das Kultusministerium und das Ministerium für Arbeit und Wohlfahrt größtes Entgegenkommen gezeigt. Alljährlich erhielten wir irgendwelche größeren oder kleinere Beträge, um Schritt vor Schritt das Haus bis zur Fertigstellung heranreifen zu lassen. In der Begeisterung der so erreichten Etappen war mir 1953/54 die Nachreichung des etwas abgeänderten Planes an die Leitung der Kirche entgangen, die 1951 das Projekt grundsätzlich genehmigt hatte. Die räumliche Veränderung rief jedoch größere Kosten hervor. Dies alles brachte unliebsame Auseinandersetzung mit der kirchlichen Behörde mit sich. Doch gewährte das Landeskirchenamt uns 1955 die schöne Summe von 2,5 Millionen Franken zur Fertigstellung der Pfarrwohnung. Erst mit diesem Ziel konnten die Verhandlungen mit dem neuen Pfarrhelfer zu einem günstigen Erfolg führen. Herr Pastor Hassel, der in Velbert Pfarrverweser einer großen Stadtgemeinde war und jahrelang im Dienst der Jugendarbeit der Kirche, vor allem des CVJM, stand, trat im Herbst 1955 zu unserer großen Freude seinen Dienst an. In unermüdlichem Wirken hatte Herr Architekt Müller, der oft mehrmals am Tage an der Baustelle auftauchte, den Termin des Einzugs der Pfarrhelferfamilie einzuhalten verstanden. Von den anderen unsäglichen Mühen, die mit dieser großen Veränderung im Werden und Wachsen der Gemeinde verbunden waren, wie etwa die Aufenthaltsgenehmigung Umzugs- und Zollabfertigungen, Verhandlungen mit der Kirchenleitung gar nicht zu reden!

Umso größer die Freude der ganzen Gemeinde, als der Tag des Einzugs von Pastor Hassel kam, die erste Predigt, sein gutes und sicheres Wirken in der Gemeinde. Vergessen sind die schweren Monate 1953/54, als der Weg der Gemeinde wieder "durchs dunkle Tal" zu führen drohte! Denn in diesen beiden Jahren sah es so aus als ob durch das Ausbleiben jeglicher Zuschüsse unser Eigentum den Besitzer hätte wechseln müssen. Schon waren Kreis, Ort und Regierung bereit, aus dem vorhandenen Rohbau eine Handelsschule zu machen und es in staatlichen Besitz überzuleiten. Die Gemeindeversammlung anlässlich der großen Kirchenvisitation im Februar 195ä trug aber Herrn Superintendent Zickwolff so energisch ihren Wunsch nach Beibehaltung unseres Besitzes vor, dass von dem Plan einer Veräußerung durch Pacht oder Verkauf Abstand genommen wurde. Gottes Güte hat uns auch hier herausgeführt aus den schweren Sorgen, die vielleicht von manch einem Gemeindeglied gar nicht so ernst verspürt wurde, da sie auf den Schultern von Pfarrer, Presbyterium und Superintendent allein und unbemerkt getragen wurden. In stiller Hingabe haben aber auch andere Gemeindeglieder hin und her in den Häusern für unseren Besitz gekämpft und gesprochen. Hier sei u. a. unsere damalige Kirchenrechnerin Frau Elisabeth Moews und ihre Cousine, Fräulein Rodenhauser, Wadern, genannt, die, als Ostflüchtling, seit Jahren in Wadern die hauswirtschaftliche Berufsschule leitet.

Viele Namen von Helfern, Betern, Kämpfern und Mitarbeitern wären zu nennen, wenn wir vom Werden, Wachsen und Wesen unserer Diasporagemeinde Wadern-Lebach sprechen. Ihnen allen sei Dank. Doch wohl dem Höchsten in erster Linie. Und wenn es zu einer Einweihung des Hauses kommt, darf der Vers nicht fehlen:

"Bis hierher hat uns Gott gebracht
durch seine große Güte...

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