Fossilien aus dem Lebacher Raum

Wie sah es in Lebach vor ca. 260 Millionen Jahren, in der Zeit des Perm aus? Versteinerte Lebewesen, die u.a. 1992 in Gresaubach gefunden wurden, geben darüber Auskunft.

Lebachia speciosaVor 260 Millionen Jahren lag unsere kontinentale Platte in der Nähe des Äquators. Im Laufe von Jahrmillionen verschieben sich sich nämlich die kontinentalen Platten. Es herrschte ein tropisch-feuchtes Klima, in dem sich eine urwaldartige Landschaft mit Schachtelhalmen, Farngewächsen und den Vorläufern der heutigen Nadelbäume entwickelte. Im Bereich Rümmelbach-Gresaubach wurde ein Abdruck des ältesten Nadelgehölzes gefunden, der in den sechziger Jahren auf einer Briefmarke der DDR abgebildet wurde (siehe nebenstehendes Bild). Nach dem Fundort wurde das Nadelgehölz "Lebachia speciosa" genannt.
Immer wieder entstanden in der von Flüssen und Seen durchzogenen Landschaft weitflächige Moore mit mächtigen Torfablagerungen, die sich unter der Gebirgslast späterer Ablagerungen zu Steinkohle verfestigten.

Vom Lebacher Raum erstreckte sich über den Nahe-Raum bis nach Bad Kreuznach ein riesiger Süßwassersee, den zahlreiche Flüsse mit Wasser speisten. In diesem See gab es sehr viele Lebewesen: Krebse, kleine Saurier, Amphibien z.B. Lurche, verschiedene Fische, z.B. kleine Süßwasser-Haie. Starben diese Tiere, so sanken sie auf den Boden des Sees. Die Flüsse führten viel Schlamm in den See, dieser setzte sich am Boden ab und schloss die Tierkörper rasch ein. Dadurch wurde deren Verwesung verhindert, die Tiere konnten zu Fossilien werden und so die Jahrmillionen überdauern.

In Lebach-Gresaubach wurden Fossilien all dieser Tiere gefunden. (Das Bild links zeigt einen Dachschädellurch.) Die Schichten aus Ton, Schiefer oder Kalk wurden millimeterweise abgetragen und auf Fossilien untersucht. Das Bergen der Platten war recht aufwendig. Man versuchte, möglichst große Platten an einem Stück zu bergen. Gebrochene Platten können aber auch wieder zusammengeklebt werden. Zeitraubend ist schließlich das Freilegen der Fossilien. Diese sind teilweise noch so gut erhalten, dass Hautreste bei Fischen oder einzelne Fühler bei Krebsen erkennbar sind. In Gresaubach wurde eine Platte geborgen, die auf einer Fläche von 2 m2 ca. 40 Fossilien enthielt. Dies verdeutlicht, wie reichhaltig das Leben im See damals war.

Flossen des Schmelzschuppers

Das Bild zeigt die großen Schuppen und die tief eingeschnittene Schwanzflosse des Amblyterus latus oder Schmelzschuppers. Die Rücken- und Bauchflosse ist dreieckig und höher als lang. (Sammlung Egon Groß, Lebach)

Auch wenn das Permzeitalter für uns unvorstellbar weit zurückliegt und es damals weder Vögel noch Säugetiere gab, so verdeutlichen diese Fossilienfunde dennoch, wie reichhaltig das Leben vor 260.000.000 Jahren in unserer Region war. Präparierte Funde sind zu besichtigen im:
Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim-Grethen, Tel.: 06322-9413-0

W. Steffen

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