Der Planet Merkur

MerkurUnsere Sonne, ein ganz durchschnittlicher Stern, wird von acht Planeten umkreist. Merkur ist der innerste Planet, der die Sonne in einer mittleren Entfernung von 58 Millionen km umrundet. Für einen Umlauf benötigt er nur 88 Tage. Zum Vergleich: Die Erde ist fast dreimal so weit von der Sonne entfernt und benötigt 365 Tage für einen Umlauf um die Sonne.
Merkur ist nur etwas größer als unser Mond. Seine Gravitation ist zu schwach, um Gase auf dem Planeten zu halten. Das Fehlen einer wärmespeichernden Atmosphäre führt zu gewaltigen Temperaturunterschieden auf dem sonnennächsten Planeten. Am Äquator steigt die Temperatur am Tag auf über 400 oC, nachts sinkt sie auf  -180 oC ab.
Neuere Aufnahmen von Raumsonden zeigen, dass Merkur eine von Kratern übersäte Oberfläche hat und damit unserem Mond sehr ähnlich sieht (vgl. Aufnahme von Mariner 10, März 1974).

Von der Erde aus ist Merkur nur schwierig zu beobachten, weil er immer in der Nähe der Sonne steht. Er kann daher nur abends kurz nach Sonnenuntergang oder in der Morgendämmerung beobachtet werden. Man berichtet, dass Nikolaus Kopernikus, der Begründer unseres heliozentrischen Weltbildes, den innersten Planeten unseres Sonnensystems nie selbst gesehen habe.

In den vergangenen Jahren war Merkur immer wieder jeweils für ein paar Tage am Abendhimmel mit bloßem Auge gut erkennen. Im April 2010 glänzte neben Merkur auch die Venus als heller "Abendstern". In Lebach sind mir inzwischen einige schöne Fotos gelungen, die den visuellen Eindruck recht gut wiedergeben. 

 

Aufnahme vom April 2016

Im April 2016 gab es eine gute Sichtbarkeitsphase für den Planeten Merkur, klaren Himmel vorausgesetzt. Am Abend des 18.04.2016 war sehr klare Sicht, so dass Merkur gegen 21 Uhr mit bloßem Auge am nordwestlichen Abendhimmel deutlich zu sehen war. Mit der Kompaktkamera "Sony DSC-RX100" gelang mir von der Friedensstraße in Lebach aus das nachfolgende Merkurfoto.

Technische Daten der Aufnahme: Belichtung 1/8 s bei Verwendung eines Stativs; Blende 5.6; Empfindlichkeit 3200 ISO

Merkur am 18.04.2016

 


Aufnahmen vom März 2011

Im März 2011 konnte man dank einer mehrtägigen Hochwetterlage den Planeten Merkur sehr gut am Abendhimmel beobachten. Hier folgen einige Fotos, die - bis auf eine Ausnahme - von mir mit einer einfachen Digitalkamera "Canon Powershot A1100S" auf einem Stativ gemacht. Die Belichtungszeiten lagen zwischen 3 s und 10 s.

Merkur am 21. März 2011 über dem Lebacher Krankenhaus

23. März 2011 auf einer Anhöhe in Niedersaubach

23. März 2011 von Niedersaubach aus

Merkur am 23. März 2011 über Kaiserslautern; Aufnahme:Thomas Steffen

 


Aufnahmen vom 6. April 2010

20:15 Uhr: Die Sonne ist gerade untergegangen; Planeten sind noch nicht zu erkennen.

20:32 Uhr: Jetzt ist die Venus als "Abendstern" zu sehen.
Aufnahmedaten: 0,1 s bei ISO 200 belichtet;

20:51 Uhr: Bei zunehmender Dunkelheit gelingt mir diese stimmungsvolle Aufnahme mit den beiden Planeten Venus und Merkur.
Aufnahmedaten: 1 s bei ISO 100 belichtet;

21:10 Uhr: Es ist bereits ziemlich dunkel. Venus und Merkur sind sehr gut sichtbar. 
Aufnahmedaten: 1 s bei ISO 100 belichtet;

Aufnahmen vom 10. April 2010

 

21:05 Uhr: Bei sehr klarer Luft sind Venus und Merkur sehr gut zu sehen; 
Aufnahmedaten: 3 s bei ISO 100 belichtet; 

21:17 Uhr: Venus und Merkur über dem Lebacher Krankenhaus; 
Aufnahmedaten: 5 s bei ISO 200 belichtet 


Wer sich aufmachen will, den Planeten Merkur auch einmal zu beobachten, der braucht gutes Wetter an den wenigen Tagen, an denen Merkur überhaupt zu sehen ist. Ein Fernglas hilft bei der Suche in der Dämmerung. Die folgende Übersicht gibt an, wann Merkur am Abendhimmel beobachtbar sein sollte. Der innerste Planet ist jeweils nur etwa zwei Wochen lang sichtbar, dann steht er bereits wieder so nahe an der Sonne, dass diese ihn überstrahlt.

Beobachtungsmöglichkeiten Planet Merkur

um den 27. März 2017 am Abendhimmel

 

Viel Erfolg beim Beobachten wünscht W. Steffen

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